Bundis jetzt DB positiv

Bundis jetzt DB positiv

Aus dem Handbuch Framing für Anfänger: W wie Werbung, denn Werbung heißt jetzt Wertschätzung

Soldatinnen und Soldaten, eine Berufsgruppe, die sicher zu Recht überdurchschnittlich bezahlt wird sollen eine dauerhafte Wertschätzung durch Freie Fahrten mit der Bundesbahn bekommen. 

Bei einem geldwerten Vorteil von pro Jahr 4.395 Euro (Bahncard 100) stellt sich natürlich die Frage warum? Werden sie zur Arbeit gepresst? Ist ihre Arbeit gefährlicher? Ist sie staatstragender? Die Antworten sind nein, nein und nein. Sie suchen sich freiwillig ihren Beruf aus, statistisch betrachtet gibt es deutlich gefährdetere Berufsgruppen, etwa das Baugewerbe, und sie sind in etwa so staatstragend wie jeder, der daran mitwirkt diesen Staat zusammenzuhalten – von der Alleinerziehenden bis zum Verfassungsrichter. 

Da fragt man sich warum wir uns nicht plötzlich aufgeregt darüber unterhalten wie wir etwa das enorme Armutsrisiko von Müttern oder das Versicherungsrisiko von Hebammen mindern oder diese wenigstens ernsthaft wertschätzen, oder jene 80% die im Ehrenamt nebenberuflich rund um die Uhr das Retten, Bergen, Löschen in der Republik besorgen, oder die Ärzte und Mediziner, oder die Forscher und Lehrer, oder, oder, oder.. Nein, ausgerechnet die eine Gruppe soll mit einem Geschenk für 4.395 Euro pro Jahr ausgezeichnet werden. Eine Gruppe die ohnehin schon leidlich gut verdient und abgesichert ist. 

Bei genauer Betrachtung liest man im Kleingedruckten der Wertschätzung, dass die SoldatInnen nur in Uniform frei fahren können sollen. Der Verdacht liegt also nahe, dass es sich hier nicht um eine Wertschätzung, sondern um eine Werbemaßnahme für einen Berufszweig handelt, der zuletzt erhebliche Probleme hatte geeignete Auszubildende zu bekommen – wie übrigens nahezu jede hochqualifizierteund/oder fordernde Berufsgruppe. 

Das man nun mit dieser Werbemaßnahme implizit jedem Nichtbürgerinuniform erklärt nicht ansatzweise so wichtig zu sein, wie Berufssoldaten ist dann wohl ein billigend in Kauf genommener Kolatteralschaden. Nicht gut, für ein Land, welches sich eigentlich mal geschworen hatte nie wieder Krieg zu führen.