Irgendwann im Plastikboom der 1970ern wurden für größere Schriftgrade ab etwa 36Punkt leichtere Materialien als die bewährte Blei-Antimon Legierung oder die Holzbuchstaben eingeführt. Das geschah aus Kosten-, aber auch aus Arbeitsschutzgründen, weil Blei beim Verschlucken eben nicht nur giftig, sondern auch noch sackrisch schwer ist. Holz hatte sich zwar in großen Graden, so ab etwa 72-96 Punkt fest etabliert, arbeitet aber als Naturwerkstoff mit der Witterung und bedarf daher der Nacharbeit des Setzers. Und das Standard Schriftholz Birne war in astfrei schon damals extrem teuer. Kunstoff sollte das nun lösen: leicht, verzugsfest, billig. Der bekannteste Vertreter der Plastikschriften waren die Plakadur bezeichneten, braunen Kunstharzbuchstaben der Firma Stempel. Aber auch andere Hersteller brachten Plastetypen auf den Markt. So ist mir heute dieser unbekannte Satz eines mir unbekannten Herstellers zugeflogen und ich habe sofort wieder gemerkt, warum ich Plakadur ungern setze: die Typen sind federleicht. Federleicht ist toll zum Tragen, aber mistig zu setzen, weil einem ständig alles umfällt, sich verschiebt, nicht am Platz bleiben will. Auch interessant: diese Plakadur schrumpft beim Drucken, wie bei Holztypen musste ich einige Typen mit Klebeband unterlegen und auf druckende Schrifthöhe zu bringen.

Falls jemand einen Hinweis hat, um welche Schrift es sich hier handelt – ich würde mich über einen Hinweis freuen.

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