Der Generalsekretär der Union geißelt die Brandmauer als linken Kampfbegriff, während führende Unionspolitiker ihren Parteiaustritt für den Fall ankündigen, dass die Union die Brandmauer vollends schleift und mit der AfD zusammengeht. Dabei ist der Begriff „Brandmauer“ tatsächlich von der Union selbst in die Debatte eingeführt worden. Sie beschreibt eine intellektuelle, eine moralische und eine ethische Grenze. Es ist die Grenze zwischen der Idee einer offenen Gesellschaft auf Basis von gleichen Rechten für alle zu einer ideologischen Willkürherrschaft. Die Brandmauer fällt daher nicht, sie verschiebt sich. Blickt man etwa auf Äusserungen von Steinbrück oder die die SPD zur bedingungslosen Unionstreue zwingenden Seeheimer Parteilinie kann man die Brandmauer aktuell mitten quer durch die SPD verorten. Auch das zeigt: demokratische Parteien, die meinen es sei opportun die Brandmauer zu überschreiten verlieren sich – die einen schneller, die anderen langsamer.