Merz und die Klimakiller‑Truppe scheint die überschlägigen Abschläge der Wirtschaftsleistung durch die Hitzewelle – rund 435 Mio. € pro Tag – für bezahlbar zu halten. Zumindest gab es von ihm weder ein Statement noch einen Krisenstab. Auch regional blieb es trotz der Lage in Heimen, Kitas, Schulen, Bildungseinrichtungen, Notaufnahmen, Krankenhäusern, dem ÖPNV, dem Straßenwesen und der Bahn bei einem bemerkenswerten Nichtstun: Statt Krisenstäbe oder einer zumindest symbolischen Tatkraft deichgrafender Politiker gab es im wesentlichen die leistungsheischenden Hitze“Rekord“meldungen fossiler Denke, badewetterjubelnde Moderator*innen im Plapperradio und Fußball.

Was da draußen gerade passiert, interessiert die vollklimatisierten Führungsebenen also – abgesehen von einem ängstlich beschirmten „Weiter so“ – einen feuchten Scheiß. Und da sage ich, excuse my French:

Fickt euch hart.

Wenn die von uns und unseren Steuermitteln zu kompensierenden 435 Mio. €/Tag für euch Peanuts sind, rechnen wir doch einfach einmal entlang der aktuellen Klimamodelle. Die Erwärmung für Deutschland liegt 2050 nach derzeitigem Trend bei etwa 3,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau.

Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt bedeutet allein das Klima einen Einbruch von etwa 5–10 %. Die sonstigen hausgemachten Verluste durch fossiles „Weiter so“, wirtschaftliche Fehlsteuerung durch systemischen Lobbyismus zugunsten von Partikularinteressen und das fortgesetzte Abhängen von globalen Zukunftsmärkten wie regenerative Energien, Informatik, Bildung etc. sind dabei noch gar nicht eingepreist.

Allein die klimabedingten Verluste beim BIP bedeuten umgerechnet Schadenskosten von bis zu 1.000.000 € pro Minute.

Jede Minute, jeden Tag, volle 525 600 Minuten pro Jahr.

Und nein, das ist kein Problem, welches – analog zur Atomkraft – bequem an zukünftige Generationen übertragbar wäre und „erst“ 2050 auftritt. Es ist eines, das von heute an kontinuierlich jedes Jahr stärker zuschlägt.

Das bedeutet: Wir haben jedes Jahr weniger Mittel, um zu reagieren; jedes Jahr sind mehr Mittel durch Schäden und Ausfälle gebunden; und wir können unsere Luxusdiskussionen darüber, wie viele Autos wir uns pro Haushalt eigentlich anstelle einer funktionierenden kollektiven Transportinfrastruktur und eines Lebens in Lauf‑ und Fahrradweiten leisten können (aktuell 2,6), wieviel Natur wir noch unter Kiesgärten und Asphalt verschwinden lassen können, wie viel Zuviel vom Zuviel wir uns eigentlich noch herausnehmen wollen, etc. pp bereits jetzt kiss me good bye sagen.

Euer volkswirtschaftlich kriminelles Me‑first‑und‑nach‑mir‑die‑Sintflut‑Pyramidenspielkartenhaus bricht gerade im globalen Maßstab ein. Und dagegen hilft weder die Flucht in den Faschismus – der aus Problemen bekanntlich Katastrophen macht – noch das Aussitzen quasi grundgesetzwidrig geschlossener Grenzen in Land und Köpfen oder aktuell zunehmend beliebte Kultur gelebter Wissenschafts- und Faktenfeindlichkeit und roher Unanständigkeit als Wert an sich zu begreifen.

Dagegen hilft ausschließlich ein Staat, der dem Gemeinwohl und nicht einer elitären Kaste dient.

Wir lernen:
Die Union hat als Lobbyvertretung mit parlamentarischem Arm keine Wirtschaftskompetenz. Sie ist vielmehr ein für den Fortbestand der Bundesrepublik existenzielles Wirtschafts- und damit Demokratierisiko.

Union, Seeheimer‑SPD und die „Putinnutten“ von der AfD werden dieses Land zugunsten einer kleinen Profiteursclique planvoll vor die Wand fahren. Denn: Demokratie, Gemeinwohl, Solidarität – eben diese alles bestimmenden grundgesetzlichen Staatsziele stehen zwischen ihnen und den Vorteilen für ihre Klientele und sind ihnen genau deswegen ein Dorn im Auge, bestenfalls noch ein Lippenbekenntnis. Der tägliche Feldzug gegen alles, was sozial, anständig, demokratisch ist, von totaler Überwachung bis zur Abschaffung der Klimaumbauhilfen für Kitas, Bildungseinrichtungen und Seniorenheime, von der steten Mehrbelastung kleiner und mittlerer Einkommen bis zum Schleifen der mensch und Gesellschaft an sich absichernden Klimaziele und dem großräumigen Schutz und Ausbau der Privilegien ohnehin bereits Überreicher – lässt keine andere Deutung mehr zu.

Wir werden als Gesellschaft jedenfalls keine, wie auch immer wünschenswerte, Zukunft haben, ohne dass wir eine grundlegende soziale und ökologische Wende vollziehen.

Denn Hass mag zwar motivieren, aber Hass erzieht, aber bildet weder Kinder noch pflegt er Alte, Hass erledigt keine Arbeit, Hass trägt nichts konstruktives zur Gesellschaft bei. Hass spaltet. Spalten ist alles was Hass kann. Weswegen alle Feinde oder zumindest das Abweichen von den im Grundgesetz verankerten Gemeinwohlgedanken billigend Inkaufnehmende daran zu erkennen sind, dass sie Hass streuen: Hass auf Menschen, die angeblich nichts beitragen, die anderen auf der Tasche liegen, Menschen, die wie im 3. Reich mal offener, mal implizierter, aber nichts desto trotz zuerst als Kosten gebrandmarkt werden, um sie dann für obsolet zu erklären. Menschen, die keine Aufwendungen rechtfertigen, deren Existenz siehe Bürgergeld oder Migration per se bereits kriminalisiert wird, Menschen, die offensichtlich gedanklich bereits weg können, später wohl auch müssen: Alte, Kranke, Bedürftige, Kinder sowie alle, die eine andere als weiße Hautfarbe, hiesige Herkunft, patriarchal-heterosexuelle Identität oder sonntagspseudochristliche Religion haben und folgt man den Worten und Taten von Union/Seeheimer SPD alle und alles, was politisch links von der AfD steht, deren Verbot ungeachtet aller Gutachten vom Bundesverfassungsgericht auch nur prüfen zu lassen ihnen ja eine programmatische Unmöglichkeit zu sein scheint.

Was niemanden wundert, was beredter Weise auch niemand mehr ernsthaft von Union und Seeheimer SPD erwartet: Die Selbstverständlichkeit Nazis zu verbieten. Die Selbstverständlichkeit sich um die Überwindung gemeinwohlkonnotierter Herausforderungen und nicht um den Sozialabbau, um die gesellschaftliche Spaltung und Förderung der gesellschaftlichen Unwucht zu kümmern. Die Selbstverständlichkeit sich um alle und nicht servil wie beinahe exklusiv um den Schutz der unantastbaren Privilegien Überreicher Eliten zu kümmern.

Fickt euch.

Wir sind einfach noch nicht wütend genug.