Da hält der kanzlergewordene Wutonkel eine gewohnt bräsige Ansprache in der ihm eigenen unangenehm elitäre Dominanz heischenden Akzentuiertheit, in welcher er davon schwadroniert, dass „wir“ zu bequem geworden seien und mal nach China schauen sollten, wie fleißig dort gearbeitet werde. 

Falsch: Wir wissen, was Arbeit ist. Wir wissen, was das Leben kostet. Wir wissen, wie man zwischen Erziehung und Pflege Überstunden schrubbt, weil der Markt oder Managementfehler es erfordern. Wir wissen, wie wichtig die sozialen Systeme sind, weil wir ständig nur einen Unfall, eine Geburt, eine Krankheit, eine Krise, eine Managemententscheidung davon entfernt sind, auf diese angewiesen zu sein. Wir wissen, dass Rente kein Geschenk des Staates ist, weil wir ein Arbeitsleben lang in diese eingezahlt haben. Wir wissen wie schwer ein Kindergartenplatz oder Schule und Arbeit miteinander vereinbar sind.

Der seit Geburt privatversichert vom normalen Leben maximal entrückte Multimillionär Merz hingegen ist das personifizierte Privileg, in eine wohlhabende Familie geboren worden zu sein und seither auf dem Sonnendeck des Kapitals unter Arbeit versteht, an zwei Tagen in der Woche bei einer globalen Finanzkrake seine Kontakte in die Politik (und damit uns und alles, was wir aufgebaut haben) zu verkaufen. Großes Gebell also für jemanden, der unter Arbeit im wesentlichen versteht, nebenbei zu verticken, was wir, nicht er, aufgebaut haben.