Die AfD liegt nunmehr in Umfragen auf Höhe, teils sogar vor der CDUCSUSPD Koalition. Tendenz weiter steigend. Und wer weiß? Gemessen an der Geschwindigkeit, mit welcher Union und SPD mit ihrem harten rechten Kulturkampf die AfD nach oben putschen, wird diese bei der Bundestagswahl eventuell auch keinen Koalitionspartner mehr brauchen.

Dabei ist wichtig zu verstehen, dass die AfD weder über ein die Massen mitreißendes Parteiprogramm, noch ein die Massen mitreißendes Personal verfügt. Im Gegenteil – die meisten Wählerinnen und Sympathisantinnen kennen das Programm fast nicht und empfinden das Personal aus den unterschiedlichsten Gründen problematisch. Die Partei verstrickt sich in Machtkämpfe, muss personell aus Sicht Rechter offene kaum zu vermittelnde Widersprüche aushalten und um Klassen schafft mehr Korruptionsfälle als Lösungsansätze. Ein signifikanter Anteil aller Wahlsiege enden im selbstauflösenden Sumpf von Fraktionskämpfen. Die AfD, und das dürfte auch der Summe ihrer Wählerinnen und Sympathisantinnen klar sein, ist keine Alternative und schon gar kein Funktionsmodell. Sie ist die Wahl derer, denen Verletzung, teils Wut, vor allem aber zeitliche und oder gesellschaftliche Entwurzelung als geteilte Erfahrung wichtiger als alles andere sind. Die Größe der AfD ist so betrachtet allein der diese mit Bedeutung aufblasenden Echokammer der Union mit Hilfe der SPD geschuldet. Warum die Regierung Merz dies tut? Nun, das Spitzenpersonal der Union kommt entweder direkt aus der fossilen Wirtschaft oder ist mit dieser aufs engste verbunden. Die Union ist, das kann man mit Fug und Recht so sagen, eine Wirtschaftsvertretung mit parlamentarischem Arm, keine Volkspartei. Die Umsetzung delegitimierter Partikularinteressen sind bei der Union kein Ausrutscher, sondern der Markenkern. Sie wird faktisch von der Personalabteilung des Großkapitals gestellt und betreut.

Es ist keine abwegige These, dass die AfD, würde die Merz-Koalition anstelle ihres Kulturkampfes eine nachhaltige, gemeinwohlorientierte Politik betreiben, auf weit unter zehn Prozent rutschen würde – eben auf den statistischen Anteil von unerreichbaren, harten Rechten, welche in jeder Gesellschaft existieren.