
Paris war ein epochaler Meilenstein: Zum ersten und bislang einzigen Mal in der Geschichte haben 194 von 198 Ländern der Erde einen gemeinsamen Vertrag unterzeichnet, um die Weltgemeinschaft vor der Klimakatastrophe zu bewahren. Das haben Maga bis Union, SPD bis Russland et. al. erfolgreich torpediert. Die Restauration der fossilen Bedrohung des Weltklimas ist in USA und Deutschland im vollen Gange, nicht weil wir nicht die Mittel und Möglichkeiten hätten, denn die haben wir sogar im Überfluss. Nein, einzig und allein, weil sich im von Dynamik lebenden Kapitalismus Zerstörung noch immer besser als Erhalt rentiert. Die Mittel die wir haben gefährden nicht nur die Renditen, sondern das globale Geschäftsmodell. Vielleicht war es den das Klimaabkommen unterzeichnenden Staaten nicht klar, aber wirksamen Klimaschutz gibt es nur um den Preis eines nachhaltigen Systemwechsels. Entweder – und das ist schwer bis unmöglich zu etablieren – Klima und Umwelt werden im Kapitalismus als dauerhaft unverhandelbare Marktfaktoren eingepreist oder wir brauchen ein anderes System.
Welches das sein könnte, darüber sollten wir dringend diskutieren. Statt dessen laufen wir derzeit auf 4°C Erderwärmung bis 2100 zu, während wir im öffentlichen Diskurs das Thema Klima und Umwelt zunehmend erfolgreich verdrängen und ausblenden. Dabei bedeutet das de facto zur Ultima Ratio politischen Handelns erkorene „Don‘t look up“ und mit 4°C Erderwärmung die Auflösung der Zivilisation, das Ende. Und das – Bauchgefühl und Unverständnis der mentalen Diesel-Dieters hin, oder her- innerhalb der Lebensspanne derer, die in den letzten zehn Jahren geboren wurden. Und für den Rest bedeutet es, Zeuge der Auflösung zu werden. Man darf mir gerne Alarmismus vorwerfen, aber das ist nunmal was alle, die das studiert haben und daran forschen in haushohen Leuchtbuchstaben an die Wand schreiben. Das zu ignorieren ist keine Politik, sondern kollektiver Selbstmord
