Wir haben eine Regierung, die aus Reformen Generalangriffe auf die Zivilbevölkerung macht, welche sie permanent als faul und vermessen beschimpft. Eine Regierung, die vor die Wahl gestellt etwas gesünder und gerechter zu gestalten oder weiter kaputter und abhängiger in Totalüberwachung investiert. Dabei ist das politische Kalkül beim Aufhängen von Überwachungskameras gewohnt kurzsichtig. Zwar dokumentieren sie einen betont breitbeinigen Auftritt der Entscheider, aber das war es dann auch schon. Soziale Problemfelder werden durch Kameras nicht gelöst, bestenfalls verlagert. Zur nachweislich weitestgehenden Nutzlosigkeit bei der Gefahrenabwehr kommen die Kosten. Jede durch die öffentliche Hand installierte Kamera verursacht etwa 2.500 Euro Kosten pro Jahr. Das sind bei Kommunen schnell mehrere Millionen Euro/Jahr für von der öffentlichen Hand installierte „Sicherheitsgefühl-Deko“. Geld, was wir, glaubt man den fortgesetzten Vorhaltungen durch die Politik, nicht haben. Zumindest nicht, wenn es um den grundgesetzlichen Auftrag eines sozialen, gerechten Staates geht. Von Überwachungsstaat indes steht nichts im Grundgesetz. Aber das ist am Ende, das Einzige, wofür die Kameras gut sind.