
Merz ist der erste Kanzler, der allen, die nicht Teil seiner „Klasse“ sind, aufs unangenehmste rumonkelnd seine kalte Verachtung zeigt. Also allen – allen, die keine alten weißen, männlichen Millionäre sind. Alle anderen sind für ihn, und das macht er tatsächlich mit jedem einzelnen Atmenzug, mal von oben herab mokant amüsiert, mal vom Podest herab Fingerzangengesten in die Luft hackend für entbehrliche, wertlose faule Versager. Während er Millionäre schützt, setzt er die Bevölkerung unter Druck, verwehrt ihr nicht nur die elementarsten Sicherheiten wie Wohnen, Gesundheit, Leben, Energie, etc. Indem er nichts dazu beitragen will, hier für die Bevölkerung und nicht für die Hedgefonds und Konzerngewinne zu handeln. Nein, er verwehrt nicht nur das, sondern, und das wiegt noch viel schwerer, er verwehrt der Bevölkerung auch den Respekt. Mit so einem Merz im Rücken muss die AfD wahrlich nichts tun. Es ist völlig egal, ob sie ein Programm hat und falls ja, ob dieses auch nur eine minimale Schnittstelle mit umsetzbaren Realitäten hat. Sie funktioniert rein als Wutfänger. Sie bietet das, was Merz jedem unterhalb von ihm verächtlich ins Gesicht spuckend verwehrt: eine Form von Respekt. Zumindest als eine schale, aber offensichtlich funktionierende Simulation, bei der es schon reicht, Deutscher zu sein, um sich als wohlgelittener Teil der Gemeinschaft zu sehen.