
Kaum ist man mal zwei Tage nicht an Deck, schon hat die Merz‑Linnemann‑Achse des Bösen wieder zugeschlagen: Merz ist der kanzlergewordene strategische Eiskeller, Linnemann sein sozialpolitisches Hetzophon. Zusammen schieben sie das Land in Richtung einer Gesundheitsordnung, die klingt, als hätte man sie in einem schlecht beleuchteten Hinterzimmer der 1980er‑Jahre entworfen. Dass Linnemann nun Gesundheitsminister sein soll, obwohl er selbst zugibt, von Medizin und Gesundheitsorganisationen keine Ahnung zu haben, ist dabei weder Unfall, noch Günstlingswirtschaft – es ist Methode. merz braucht keine Experten, sondern einen Vollstrecker, der nicht durch Fachkenntnis oder Menschlichkeit gestört wird. Linnemann ist der richtige Mann, um ein Gesundheitssystem nach dem „Wert“ von Menschen auszurichten, wobei Bürger im wesentlichen als Kosten begriffen werden.
Merz Moral ist Austerität, seine Tugend ist Härte, sein Regierungsstil soziale Kälte. Hierbei ist sein Vertrauter Linnemann für ihn der perfekte Resonanzkörper – ein Mann, der politisch vor allem dadurch auffällt, dass er nach unten hart tretend nach oben bis zur Selbstaufgabe servil ist.
WAs dürfen wir also erwarten? Nun, sehr wahrscheinkich Gesundheitspolitik, die nicht heilen, sondern sortieren will. Eine Versorgung, die Menschen ohne „Wert“ nicht schützt, sondern selektiert. Ein System, das nicht fragt, was Menschen brauchen, sondern was sie kosten. Linnemann als Gesundheitsminister ist kein Testat einer Gesellschaftsorientierten Politik – sondern eine sozialtechnokratische Abrissbirne.