
Merz sieht also, wie er im ZDF sagte, „eine Vertrauenskrise der Demokratie in Deutschland“. Also der Merz, der seinen Wahlkampf darauf aufbaute, alles madig und kaputt zu reden? Der Merz, der alle Sachdebatte in ideologisch-dogmatisch gegen Antifaschismus hetzende Freund-Feind Rhetorik auflöste? Der Merz, der die Brandmauer an den rechten Rand verschob und alles links davon zum politischen Gegner erklärte? Der Merz, der schon vor seiner Kanzlerschaft das Parlament mit den Nazis erpresste, deren Politik er seither legitimiert!? Der Merz, der der Idee von Staat als sozial verantwortlichem Gefüge den Krieg erklärte und dessen maximal privilegiert sozialisierte Ultima Ratio die Eigenverantwortung des Individuums ist, welchem man nicht die Last von Solidarität abverlangen dürfe? Der Merz, der auf den Staat wie auf einen Gratis-Selbstbedienungsladen für seinesgleichen schaut? Merz vermag zwar die Folgen seines Wirkens zu beklagen, ist aber offensichtlich völlig blind für seine Rolle darin. Oder boshaft zynisch.