Während das Selbstbestimmungsgesetz eigentlich verhindern soll, dass frühere Vornamen und Geschlechtseinträge wie ein Outing‑Automat durchs Behördenleben rattern, beschließt das Innenministerium Der schwarz-grünen Regierung in Baden-Württemberg, genau diese Daten künftig zentral zu erfassen routinemäßig an die Polizei zu übermitteln – selbstverständlich „rein technisch“ und „zur Gefahrenabwehr“ .

Aus queerer Perspektive ein Skandal, und das zu Recht.Eigentlich müsste diese Denke für jeden halbwegs sensiblen, achtsamen und nicht völlig geschichtsblinden Menschen eine knallrote Linie markieren. Das Innenministerium hingegen nennt es eine technische Notwendigkeit. So wie Parkraumüberwachung. Und irgendwo zwischen diesen beiden Sätzen liegt die deutsche Realität, die sich seit Jahrzehnten nicht entscheiden kann, ob sie Minderheiten schützen oder normativ katalogisieren und damit selektieren möchte. Nun, Gedanken kommen nie von ungefähr, auch bei der Union nicht. 

Während Schwarz‑Grün also die Datenerfassung von trans Personen als Sicherheitsmaßnahme verkauft, und damit implizit trans Personen anlasslos erfasst und solchermaßen kriminalisiert, ist die AfD Thüringen schon einen Schritt weiter und fordert alle Homosexuellen, Nonbinären, Queeren, eben alle nicht bürgerlich normgerecht heterosexuellen erfassen. DIe Kosten für die Erfassung sollen im Übrigen die Erfassten aufkommen. Noch so eine dunkle Parallele zu einer Zeit da staatlich Verfolgten die Kosten der Verfolgung angelastet wurden.

Hier also der offensichtlich fehlende Leitsatz für die übergriffig Geschichtsblinden mit massivem Empathieproblem bei -man muss es nun leider sagen, nicht, dass nicht genau davor gewarnt wurde- Grünen, Union und AfD: 

Man führt keine Listen über Menschen, deren Identität man politisch problematisiert.  

Nicht aus Sicherheitsgründen.

Nicht aus Verwaltungsgründen.

Nicht aus „rein technischen“ Gründen.

Gar nicht.

Aber hier stehen wir nun, 2026, und hören wieder Sätze wie „Gefahrenabwehr“ und „Erfassung“.

Und wieder geht es um Menschen, deren Existenz wieder politisiert wird.

Und wieder beruhigen Behörden, dass alles ganz harmlos sei.

Und wieder sagen Betroffene, dass es nicht harmlos ist.

Was soll schon schiefgehen?

In einem Land, das Listen über Minderheiten historisch nie missbraucht hat.

In einem Land, in dem Behörden niemals Daten weitergegeben haben, die sie nicht hätten haben sollen.

In einem Land, in dem politische Kräfte niemals versucht haben, Menschen nach Identität zu sortieren.

Was soll also schon schiefgehen?

In Deutschland!?

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/trans-personen-kritik-meldung-polizei-daten-uebermittlung-100.html