
Merz’ politische Grammatik gleicht jener Mileis: eine dogmatische Austeritätfixierung, die Sparen zur Moral erhebt; eine patriarchal-autoritäre Haltung, die Komplexität in Gehorsam übersetzt und Menschen qua Besitz und Stand wahlweise verächtlich macht oder zu Vorbildern erhebt; soziale Härte, die nach unten gängelnd diszipliniert, während sie nach oben entlastend beschirmt; die Entlastung von Kapital und der Abbau jener Bürokratie, die Konzerne kontrollieren und die staatliche Transparenz und Auskunft sichern soll; eine nicht allein verbal gewaltätige Moralisierung nach unten, die Bedürftige pauschal zu Verdächtigen macht; dazu eine empathielose, technokratische Reformrhetorik, die Politik als Verwaltungsakt tarnt.
Die SPD hat sich hierbei teils lustvoll, teils aus furchtsamen Kadavergehorsam zu seiner mileischen Kettensäge gemacht. Wo sie eigentlich schützen müsste, stabilisiert sie legitimierend das merzsche Wüten und schneidet mit quer durch die auch und gerade von ihr erstrittenen Errungenschaften des Ideals von Staat als soziales Gebilde.
„Unser Problem war doch nicht, was unsere Feinde taten. Unser Problem war, was unsere Freunde taten.“
Hannah Arendt, 1964