Das neue Radikal

Sprache ist Denken. Wie sehr beispielsweise konservative Parteien abseits von etwas wohlfeiler, beliebiger wie unverbindlicher Wahlplakat-Lyrik der Schutz von Klima und Lebensraum tatsächlich am Allerwertesten vorbeigeht, sieht man gut am Framing: Klima- und Lebensraumschutz wird als ‚radikale‘ Forderung gebrandmarkt. Dies sowohl direkt in der Warnung vor ’radikalen’ Forderungen, wenn etwa die Einhaltung der internationalen Abkommen angemahnt wird. Als auch in allen Spielarten auf indirekte Weise. Etwa wenn der künstliche Widerspruch konstruiert wird und man warnt “Klimaschutz dürfe nicht zu Lasten der Wirtschaft gehen“. So, als gäbe es eine Zukunft für blühende Wirtschaftslandschaften in einer für Menschen zunehmend unsicheren Welt. Aber ja, wer eine Zukunft für eine Wirtschaft ohne Menschen sieht, der muss die Forderung von Lebensraumschutz schon aus ökonomischen Gründen als radikal begreifen und bekämpfen.