
Das titelte der Spiegel gestern mit dem Verweis auf eine dystopische Klimadebatte. Normalerweise reflektiere ich Kolumnen eher nicht, aber das hier ist der SPIEGEL und der ist eigentlich eher analytisch denn polemisch. Ulrich Fichtner arbeitet also sich im SPIEGEL am Klimaforscher Stefan Rahmsdorf ab. In einem Atemzug mit dem Vorwurf der Besserwisserei wirft er dem renommierten Klimaforscher gar vor sich als dystopischer Prophet zu gerieren, einer von denen. Die sich besonders wohl fühle, wenn es allen, wie gerade wie in der Hitzeglocke, besonders schlecht gehe. Echt jetzt!? Ich sags mal so: Fichtner, intellektueller Hasardeur und Spiegelkolumnist, gehört zu jenen typischen bürgerlichen Sixtysomethings, die im bräsigen Ignoranzprivileg eines gerade noch funktionierenden Klimas und steter Wohlstandsakkumulation des Zuviel vom Zuviel sozialisiert wurden und der Wissenschaft nun, da ihnen der Klimaveränderungsdruck die Tür ihres vom Unbill der Welt gut abgeschirmten Reihenmittelhauses eintritt, vorwerfen, unangemessen warnend und unangenehm belehrend zu sein aber zeitgleich monieren, nicht rechtzeitig informiert worden zu sein. Das ist nicht nur dumm, es ist boshaft.